Brügge ist nicht nur eine alte Stadt, sondern auch eine schöne. Nicht umsonst ist der mittelalterliche Stadtkern ein UNESCO Weltkulturerbe. Aufgrund dieser Schönheit ist Brügge ein beliebtes Ausflugsziel. An einem Samstag bei hervorragendem Wetter kurz vor einem Feiertag (und damit mitten in einem verlängerten Wochenende) war die Stadt bei meinem Besuch allerdings so dermaßen überfüllt, dass der Ausflug eher kurz ausfiel. Also sehr kurz. Nicht einmal zwei Stunden ließ es sich dort aushalten. Aber: das reicht, um einmal zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu gelangen, die einem auf diversen „Brügge an einem Tag“ Seiten angepriesen werden.

Equipment und Regeln

10 Bilder und nicht mehr. Das Ganze mit der Instax Mini LiPlay und zur Verfügung stehen nur die 10 ausgedruckten Bilder. Bzw. die „transferred printed images“. KEINE nachträgliche Bearbeitung!

Die Anreise erfolgte mit dem Auto und Startpunkt war die t‘ Zand Tiefgarage. Von da aus ging es direkt in den Trubel der überfüllten Stadt, in der zu allem Überfluss auch noch ein Markt stattfand. Nun ja, da hieß dann durchzwängeln und von einem Ziel zum nächsten.

1.) St. Salvator Kathedrale

Der erste „Stop“. Bzw. das erste Vorbeilaufen. Die Kathedrale macht einen beachtlichen Eindruck. Aber das Bild täuscht etwas: drumherum war die Hölle los. Die umgebende Treppe scheint Treffpunkt etlicher Leute und Reisegruppen zu sein, so dass man hier nach wie vor Slalom laufen muss. Aber reingehen lohnt sich bestimmt auch mal. Der wikipedia-Artikel lässt vermuten, dass ein Besuch des Inneren der Kathedrale durchaus lohnenswert ist. Typisch katholische Bischofskirche irgendwie. Viel Prunk, viel Überfluss, aber eben auch irgendwie atemberaubend. Von der Kathedrale ging es die Steenstraat entlang zum zweiten Punkt der High-Speed-Sightseeing-Tour.

2.) Grote Markt

Der Markplatz taucht wirklich in jedem Brügge-Reiseführer auf. Die bunten Häuser sind auch schön anzusehen. Das Gute am Grote Markt ist auch das „Grote“: der Platz ist wirklich groß und weitläufig, so dass man hier kurz mal Luftholen kann, wenn man sich zuvor durch die Menschenmassen gezwängt hat. Da zum Zeitpunkt des Besuchs eine Bühne mitten auf diesem zentralen Platz von Brügge aufgebaut war, scheint der Grote Markt auch Schauplatz verschiedener Veranstaltungen zu sein. Laut wikipedia war das quasi auch schon immer so. Denn hier fanden früher auch mal Turniere und Hinrichtungen statt. Die zeitgenössische Publikums-Belustigung also. Von hier aus kommt man zudem sehr schnell zum Rest der in diesem „Bericht“ gezeigten Stationen. Wie dem nächsten Highlight.

3.) Belfort

Der Belfort steht direkt am Grote Markt (quasi gegenüber von den Häusern in Bild 2). Und wie auf dem Bild zu erkennen ist, handelt es sich tatsächlich um ein Highlight, das auf keiner Brügge-Tour fehlen darf. Der 83 m hohe Turm dürfte wohl eines der höchsten Bauwerk in Brügge sein, denn laut wikipedia durfte ihn zumindest bis 2010 kein Neubau überragen. Man kann den Turm gegen Eintritt auch besteigen, was zu einem unglaublichen Überblick über Brügge führen müsste. Dazu sollte man sich aber tunlichst Zeiten abseits der üblichen Touristen-Invasionen suchen. Bei meinem Besuch in der Stadt war das demnach nicht möglich. Das Bild links ist tatsächlich in der Kamera vor dem Druck etwas zurechtgeschnitten worden: da waren noch viel mehr Menschen!

4.) Heilig Blut Basilika

Geht man am Belfried vorbei, kommt man in der Breidelstraat zum einen zu „Bruges Beer Experience“ (kein Bild, viel zu viele Menschen in der engen Gasse) und zum anderen direkt auf den Burgplatz, auf dem sich auch die Heilig-Blut-Basilika befindet. Es handelt sich dabei um eine Doppelkirche (siehe auch wikipedia), also im Prinzip eine zweigeschossige Kirche. Während die Kapelle in der Unterkirche eher schlicht und schmucklos, aber nicht weniger beeindruckend ist, ist der Sakralbau der Oberkirche genau das, was der Name impliziert: prunkvoll. Die Oberkirche ist im Prinzip auch noch mal in zwei Abschnitte eingeteilt: der, in dem fotografiert werden darf und der, in dem man das nicht darf.

Ich muss zugeben, dass ich eher ein bisschen unwissend rein gegangen bin und mich daher über die Einteilung gewundert habe. Und auch darüber, dass im „nicht-fotografieren“ Abschnitt ein Geistlicher am Schrein thronte und auf etwas aufpasste. Dieses „etwas“ war allerdings genau das, was im Namen der Basilika steckt: die Heiligblut-Reliquie, die von den Besuchern bewundert werden kann. Wie gesagt, ich war etwas unvorbereitet und hab sie mit nicht angeschaut. Ich gehöre aber auch nicht unbedingt zu den Menschen, die eine lange Schlange wartender Gläubiger in Kauf nimmt, um sich solch eine Reliquie anzuschauen. Also ging es nach einer kurzen Bestaunungsrunde wieder nach draußen, vorbei am Stadthaus über die Blinde-Ezelbrug (ja, der Name geht angeblich wirklich auf einen blinden Esel zurück) und dem Vismarkt zum nächsten Fotopunkt.

5.) Rozenhoedkaai

Aus irgendeinem Grund hat der Rozenhoedkaai keinen eigenen deutschen wikipedia Artikel. Das wäre dringend nachzuholen, denn die Menschenmassen hier zeigen deutlich, das es sich um eins DER Highlights in der Stadt handelt. Es aber auch ein wirklich schöner Fotospot. Das Instax-Bild wird dem überhaupt nicht gerecht. Der Name geht darauf zurück, das früher an diesem Ort Rosenkränze verkauft wurden. Heute macht man halt Selfies für Instagram. Man hat ja neben einem wunderschönen Panorama (links auf dem Bild wäre noch etwas mehr Wasser und Gebäude zu sehen) eines DER Wahrzeichen der Stadt im Hintergrund: den Belfried. Aber wie dem dem Text, also nicht nur diesem Abschnitt, sondern dem gesamten Text zu entnehmen ist: VIEL ZU ÜBERFÜLLT. Also weiter der Dijver entlang zum Arentshuis und auf den Arentshof. Hier warten Statuen.

9.) Die Apokalyptischen Reiter

Genau, hier stehen im Halbkreis Statuen der Vier Apokalyptischen Reiter. Das Bild zeigt Hunger. Die Statuen sind nicht sonderlich groß (die Perspektive im Bild täuscht etwas, aber wenn man von unten nach oben knipst, sieht’s halt größer aus), aber nicht minder beeindruckend. Jeder Statue ist an verschiedenen Details anzusehen, um wen es sich handelt. Natürlich gibt es aber auch Informationstafeln, die vorsichtshalber nochmal sagen, wen man sich da gerade anschaut. Bei meinem Besuch tummelten sich nur ein paar Fotografen und ganz wenig interessierte „Normalos“ auf dem Platz. Kein Wunder, denn nur ein paar Schritte befindet sich ein weiterer von DEN Fotospots in Brügge. Im Gegensatz zum Besuch der Heilig-Blut-Basilika wusste ich hier genau, was mich erwarten würde: Menschen über Menschen über Menschen.

6.) Bonifaziusbrücke

Denn wenn Reiseführer schon sagen, dass man, wenn man ein Foto ohne Menschen haben möchte, wirklich früh zur Bonifaziusbrücke kommen soll, kann das an einem Samstag zur Mittagszeit bei bestem Wetter nur eine Katastrophe werden. Und das war es auch. Also die Menschen betreffend. Die Brücke ist wirklich pittoresk, auch dem wird das Instax-Bild nicht ganz gerecht. Google sagt dazu: „Reizvolle Fußgängerbrücke“. So kann man es auch sagen. Ich habe irgendwo gelesen, dass Pärchen, die sich auf dieser Brücke die Liebe schwören, auf ewig zusammen bleiben. Ob sie das später noch wollen oder nicht, wäre dabei egal. Ich hab es nicht ausprobiert, so weit geht mein kleines Forscherherz dann doch nicht.

7.) Immer noch Bonifaziusbrücke

Übrigens: nicht nur die Brücke selbst ist hübsch anzusehen, sondern auch die Gebäude links und rechts davon. Beim Fotografieren muss man aber auch hier etwas Glück haben. Nicht, weil sich dort Fußtruppen voller Menschen aufhalten würden (wie auf dem Bild zu sehen ist das auch eher nicht möglich), sondern weil hier ständig Boote durch die Grachten fahren. Das ist übrigens eine der Möglichkeiten, die Stadt zu erkunden: mittels Boot. Dazu sind etliche Anlegestellen in der Altstadt zu finden, man muss nicht lange suchen, um einen zu finden. Aber auch hier: am besten nicht an einem Samstag bei schönstem Wetter. Die Warteschlangen an den Anlegern waren schon erschreckend. Es hatte übrigens noch einen Grund, warum ich über die Bonifaziusbrücke gegangen bin: ich wollte zum nächsten Punkt.

8.) Liebfrauen Kathedrale

Die Liebfrauenkirche befindet sich nämlich direkt dort. Die Kirche wird doppelt genutzt, als Kirche (Überraschung) und als Museum. Auf wikipedia gibt es übrigens ein Bild, das die Liebfrauenkirche hinter der Bonifaziusbrücke zeigt, und es sind KEINERLEI Menschen auf der Brücke. Dafür muss diese aber abgesperrt gewesen sein. Außerdem lässt sich über den Artikel vermuten, dass auch hier ein Besuch im Inneren nett sein könnte. Das muss ich wohl auch irgendwann nachholen. Aber die Menschenmengen auf der Brücke haben mir wirklich den Rest gegeben, so dass ich schon auf dem Rückweg zur Tiefgarage war. Gut, dass da noch eine Sehenswürdigkeit mehr auf dem Weg lag.

10.) Sint-Janshospital

Das alte Sint-Janshospital liegt quasi gegenüber der Liebfrauenkirche. Früher, also so im 12. Jahrhundert laut wikipedia, war es wirklich mal ein Hospital. Seit in den 1960er aber eine moderne Klinik gebaut wurde, wurde dieses Hospital als solches nicht mehr benötigt und das Gebäude bekam eine andere Funktion. Heute befindet sich dort ein Museum und die Denkmalsverwaltung. Das Bild zeigt den südlichen Krankensaal von der Mariabrug aus. Und hier endete die High-Speed-Sightseeing-Tour. Über die Mariastraat und Heilige-Geestraat ging es zurück zur St. Salvator Kathedrale und von dort zur Tiefgarage, wie das Auto schon wartete. Und dann ganz schnell raus aus der überfüllten Stadt und eben ans Meer zum Durchatmen.

Fazit:

Brügge ist schon schick. Durch die „Kompaktheit“ der Innen- bzw. Altstadt braucht man nicht lange, um alle wichtigen Sehenswürdigkeiten zu finden und zu besuchen. Die hier gezeigten 10 Wegpunkte sind nur ein kleiner Ausschnitt dessen, was besucht werden kann. Da gibt es ja noch die Beer Experience, an der man vorbei kommt, das Schokoladenmuseum und so viel mehr.

Aber: Brügge ist nun mal schick. Und demnach durchaus mal extrem überfüllt. Wer Sehenswürdigkeiten nicht nur von außen, sondern auch von innen sehen will und das dann auch noch in Ruhe, der muss je nach Tag etc. Zeit und Geduld mitbringen.

Ein Besuch lohnt sich alle mal 🙂